Wie wird aus einer chemischen Reaktion elektrischer Strom? Können wir aus Bienenwachs Alternativen zu herkömmlichem Kunststoff entwickeln? Und woran forscht eigentlich ein Nobelpreisträger für Chemie? Am Gymnasium „In der Wüste“ in Osnabrück führen solche Fragen mitten hinein ins Experimentieren und Entdecken. Unsere Schülerinnen und Schüler verfolgen eigene Ideen, gewinnen Wettbewerbspreise und zeigen auch außerhalb der Schule, wie spannend Chemie sein kann.
Raum für Neugier und eigene Ideen
Vom Chemieunterricht über die Chemie-AG bis zu den Oberstufenkursen bietet unsere Schule vielfältige Möglichkeiten, sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Dabei gehört das eigene Ausprobieren ebenso dazu wie das genaue Beobachten und die Suche nach einer überzeugenden Erklärung. In der Chemie-AG können Schülerinnen und Schüler ihr Interesse vertiefen und gemeinsam an Fragestellungen arbeiten. Im Leistungskurs bauen sie ihr Wissen aus und erschließen anspruchsvollere Zusammenhänge. Wie gut sich diese Angebote ergänzen, zeigt sich auch bei gemeinsamen Auftritten: Wenn Jugendliche aus AG und Leistungskurs miteinander experimentieren und ihre Versuche erklären, wird ihre Begeisterung für andere erlebbar.
Aus Neugier werden Wettbewerbserfolge
Dass schon jüngere Schülerinnen und Schüler mit Freude und Ausdauer forschen, zeigt ein Erfolg beim Wettbewerb „Das ist Chemie!“: Zwei Schüler aus Jahrgang 7 wurden für ihre Teilnahme mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. In ihrem Rückblick berichten sie von spannenden Experimenten, neuen Erkenntnissen und viel Spaß am gemeinsamen Arbeiten.
Unsere Schule ist regelmäßig bei „Jugend forscht“ und „Jugend forscht junior“ vertreten. Dabei beschäftigen sich unsere Nachwuchsforschenden mit Fragen, die weit über das Klassenzimmer hinausreichen. Das Projekt „Die Kraft der Bienen – Umweltfreundliche Plastikalternativen“ untersuchte, wie sich Bienenwachs mit weiteren Materialien kombinieren lässt, um biologisch abbaubare und alltagstaugliche Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen zu entwickeln. Bei „Jugend forscht junior“ wurde es 2026 zunächst mit dem ersten Platz beim Regionalwettbewerb und anschließend mit dem zweiten Platz beim Landeswettbewerb in Niedersachsen ausgezeichnet. Mit „Magnetic Matters – Anziehende Nachhaltigkeit“ gehört ein weiteres Chemieprojekt zur Forschungsvielfalt unserer Schule.
Eine besondere Anerkennung für hervorragende Leistungen im Fach Chemie ist der Angelus-Sala-Preis der Universität Oldenburg. Auch 2026 gehörte ein Schüler unserer Schule zu den Ausgezeichneten. Solche Erfolge machen sichtbar, was aus Interesse, sorgfältiger Arbeit und engagierter Begleitung entstehen kann.
Spitzenforschung aus nächster Nähe
Drei Schülerinnen unserer Schule erhielten Stipendien für die 134. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte vom 17. bis 20. September 2026 in Bremen. Die Teilnahme eröffnet ihnen die Möglichkeit, aktuelle Forschung kennenzulernen und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.
Ein besonderer Höhepunkt im Programm ist der Vortrag von Benjamin List, Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2021. Unter dem Titel „Organokatalyse für unsere Welt“ gibt er Einblicke in sein Forschungsgebiet. Für unsere Schülerinnen bietet sich damit die außergewöhnliche Gelegenheit, Chemie aus der Perspektive eines Nobelpreisträgers zu erleben.
Unsere Schülerinnen und Schüler begeistern andere
Bei der Experimentiermeile am 18. September 2026 auf dem Osnabrücker Ledenhof wurde unser Schulteam selbst zum Vermittler von Wissenschaft. Sechs Jugendliche aus der Chemie-AG und dem Chemie-Leistungskurs präsentierten gemeinsam mit ihrer Lehrerin eine Zitronenbatterie und ein Daniell-Element. An beiden Versuchen erklärten sie, wie chemische Energie in elektrische Energie umgewandelt werden kann.
Die Zitronenbatterie bot besonders jüngeren Gästen einen anschaulichen Einstieg. Am Daniell-Element konnten Interessierte die Vorgänge in einer Batterie genauer nachvollziehen. Unser Team führte vor, beantwortete Fragen und machte chemische Zusammenhänge für unterschiedliche Altersgruppen verständlich.
Auch beim Tag der offenen Tür und beim Studientag gestalten unsere Schülerinnen und Schüler die Präsentation des Fachs aktiv mit. Sie zeigen, was sie erforscht und verstanden haben, und laden andere zum Entdecken ein. Genau diese Freude am Experimentieren und Weitergeben von Wissen prägt die Chemie am Gymnasium „In der Wüste“.
André Gottschlich
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