Am 23. September 2025 war die Aula des Gymnasiums „In der Wüste“ bis auf den letzten Platz gefüllt, als mit Uli Borowka ein besonderer Gast auftrat. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 11 bis 13 erlebten einen Vortrag, der sie gleichermaßen beeindruckte wie nachdenklich stimmte. Borowka, ehemaliger Bundesliga-Profi und Nationalspieler, berichtete eindringlich von seiner langjährigen Alkoholabhängigkeit und den Folgen für sein privates wie berufliches Leben.
Dabei sprach er schonungslos offen über die Schattenseiten seiner Karriere, über den Druck im Profifußball, über das schleichende Hineingeraten in die Sucht und den mühsamen Weg heraus. Er ging dabei auch auf weitere besonders schwierige Phasen seines Lebens ein: So sprach er offen über seine Medikamenten- und Spielsucht, berichtete von einem Suizidversuch und schilderte haarsträubende Erlebnisse während seiner Abstürze sowie über die durch den Alkohol forcierte negative Veränderung seines Charakters, die ihn zunehmend islolierte.
Immer wieder machte er deutlich, dass niemand vor einer Abhängigkeit gefeit ist und dass es entscheidend sei, frühzeitig Hilfe anzunehmen. Zwischendurch nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die Borowka ehrlich und ohne Umschweife beantwortete – teils mit großer Ernsthaftigkeit, teils mit trockenem Humor. Sie interessierten sich unter anderem dafür, wie er trocken wurde, oder aber, ob er noch Kontakt zu seiner Familie, die ihn damals verließ, hat.
Am Ende seiner Ausführungen las Borowka einen kurzen, beklemmenden Abschnitt aus seinem Buch „Volle Pulle. Mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker“, vor. Viele Schülerinnen und Schüler nahmen mit, wie wichtig es ist, auf sich selbst und auf andere zu achten, Warnsignale ernst zu nehmen und den Mut zu haben, Hilfe zu suchen. Veranstaltet wurde die Begegnung von der Bürgerstiftung Osnabrück, die mit ihrem Engagement Präventionsarbeit an Schulen nachhaltig unterstützt. Der Besuch von Uli Borowka war deshalb weit mehr als eine Lesung oder ein Vortrag – er war ein eindrucksvolles Plädoyer für Offenheit, Achtsamkeit und Verantwortung, das sicher lange nachwirken wird.
Uli Borowka ist seit 21 Jahren trocken und hilft in verschiedenen Projekten Menschen, ihre Sucht zu besiegen.
Text: Thorsten Fraas / Tobias Romberg
Fotos: Simon Brandmüller
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