Wieso Digitalisierung?

Das Land Niedersachsen hat mit seiner Ziellinie 2020 bereits früh den Grundstein für die digitale Entwicklung gelegt. Das Strategiepapier zur digitalen Trasformations des Landes Niedersachsen legt weitere Vorgaben fest, diese leiten sich unter anderem auch aus Absprachen der Kultusministerkonferenz ab. Die Umsetzung des Orientierungsrahmens Medienbildung ist Aufgabe jeder Schule.

 

 

 

 

 

Weshalb kauft die Schule nicht einfach alle Geräte?

Schulen in Niedersachsen verwalten in der Regel ein kleines Budget. Dies setzt sich auf der einen Seite aus Finanzmitteln für Fortbildungen, Schulfahrten und Dienstreisen zusammen. Für diese stellt das Land Niedersachen für ein voll ausgebautes Gymnasium etwa 15.000 Euro bereit. Bei einhundert Lehrkräften am Gymnasium „In der Wüste“ kann man mit 20 Euro Fortbildungsbudget pro Lehrkraft und Jahr kalkulieren. Wir sind deshalb beispielsweise auf kostenlose Fortbildungen für die Umsetzung der Digitalisierung angewiesen. Auf der anderen Seite sind die Schulträger für die Sachmittelausstattung zuständig. Die Aufwendungen des Schulträgers betragen im Durchschnitt in der Stadt Osnabrück etwa 10 Euro für digitale Infrastruktur für den Unterrichtseinsatz pro Schüler/-in und Jahr. Geräte für Lehrkräfte werden nicht gestellt.

Schulen in Deutschland haben keine Finanzmittel für die Anschaffung von Geräten in großer Zahl.

 

 

 

 

 

Können nicht Mittel aus dem Digitalpakt von 2019 verwendet werden?

Leider nein. Der Digitalpakt sieht feste Mittel pro Schule in Höhe von 30.000 Euro vor. Weitere Mittel in Höhe von mehreren hunderttausend Euro können pro Schule verausgabt werden. Dafür stellt die Schule einen Antrag beim jeweiligen Schulträger. Hierzu müssen unter anderem ein Medienbildungsplan und ein Digitalkonzept vorgelegt werden.

Die Schulträger entscheiden am Ende über die Zuweisung der Mittel. Diese können auch unterschiedlich auf Schulen verteilt werden. Die Förderrichtlinie des Digitalpaktes sieht jedoch maximal 25.000 Euro für mobile Endgeräte für den Unterricht vor. Diese sind für das Gymnasium „In der Wüste“ bereits verausgabt.

 

 

 

 

 

Wieso setzt man für die Unterrichtsentwicklung auf Tablets?

Tablets bieten eine ausreichend große visuelle Oberfläche und Zugang zu zahlreichen Apps und einem Webbrowser. Ebenfalls wird der Zugang zu unserer Lernplattform IServ oder WebUntis gewährleistet. Tablets sind leistungsstark und vielseitig. Vom digitalen Schulbuch über die Podcast-Produktion bis zur Unterstützung kollaborativer Lernformen ist das Tablet ein zuverlässiger Begleiter.

Mit Tablets lassen sich die vom Land Niedersachsen für seine Schulen gesteckten Ziele erreichen. Die Nutzung von Smartphones bietet erhebliche Unsicherheiten durch deren parallele intensive Nutzung durch Schülerinnen und Schüler für private Zwecke.

 

 

 

 

 

Welche Tablets werden verwendet?

Das Gymnasium „In der Wüste“ setzt auf IPads der Firma Apple. Diese sollen perspektivisch jeweils in Jahrgang 7 angeschafft werden. Hierzu werden die Eltern in jedem Jahr gesondert informiert, da die Anschaffung über die Schule abgewickelt wird. IPads bieten garantierte Software-Updates für mehrere Jahre und lassen sich zudem in das schulische Intranet einbinden.

IPads sind der Erfahrung nach meist auch langlebiger als Geräte von Konkurrenzanbietern. Uns als Schule ist es wichtig, das Tablet didaktisch und methodisch erfolgreich und gewinnbringend im Unterricht einzusetzen. Bislang hat sich das IPad an vielen Schulen bewährt. Die Anschaffung von Apple Pencils ist nicht geplant.

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Welche Anforderungen sollen die Geräte erfüllen?

Das IPad-Modell soll zum Zeitpunkt der Einführung nicht älter als ein Jahr sein. Im Jahr 2020 kann also beispielsweise noch das IPad 2019 angeschafft werden. Damit ist ein aktuelles Betriebssystem gewährleistet. Ein Speicher von 32GB ist für die schulischen Prozesse ausreichend. Das Gerät muss außerdem eine Hülle besitzen und das WLan nutzen können. Die Geräte sind beim schulischen Gebrauch versichert, ebenso auf dem Hin- und Rückweg zwischen Schule und Zuhause.

 

 

 

 

 

Wie erfolgt die Anschaffung?

In der Regel erfolgt die Anschaffung durch eine Bestellung bei einem zertifizierten Händler über eine Vermittlung durch die Schule. Hintergrund ist die sogenannte DEP-Nummer (device enrollment program). Diese Registrierungsnummer wird beim Kauf angegeben und ermöglicht es, dass die Geräte in unseren Administrationsserver (IServ) eingebunden werden und dadurch durch die Schule gesteuert werden können. Das bedeutet z.B. eine zentralisierte und für die Schülerinnen und Schüler kostenlose Verteilung von sonst kostenpflichtigen Apps.

Auch können wir einzelne Apps auf den Geräten sperren und so einen geschützten Arbeitsbereich schaffen. Die Classroom-App von Apple ermöglicht die Kontrolle durch die Lehrkräfte. Die Erziehungsberechtigten werden vor der Einführung der Geräte gesondert über die Kaufoptionen informiert.

 

 

 

 

 

Kann ich ein bereits vorhandenes Tablet von Apple nutzen?

Das ist prinzipiell möglich. Es ist allerdings aufwändiger, solche Geräte in unser System einzubinden. Diese Option sollte die deshalb die Ausnahme bleiben. Andere Schule rufen in solchen Fällen eine Bearbeitungsgebühr von 30 Euro für die Einbindung des Gerätes auf. Dies wird am Gymnasium „In der Wüste“ nicht erfolgen, dennoch können einmalig Unkosten bei Dritten durch diesen Vorgang entstehen. Da die Schule keinerlei Ressourcen für die Systemadministration erhält, können nicht alle Geräte auf diesem Weg eingebunden werden.

 

 

 

 

 

Muss ich zwingend eine Versicherung abschließen?

NDie Geräte sind in der Regel bis zu einem Preis von 500 Euro in der Schule über den kommunalen Schadensausgleich versichert, sofern die schulische Nutzung regelmäßig vorgesehen ist. Für den privaten Bereich kann individuell eine Versicherung abgeschlossen werden. Die Schule selbst übernimmt für die Geräte keinerlei Haftung, eine zentrale Zusatz-Versicherung wird nicht abgeschlossen.

 

 

 

 

 

Welche Vorkehrungen gibt es im Hinblick auf mögliche Tablet-Diebstähle?

Die Tablets verbleiben in den Pausen möglichst im Klassenraum, der abgeschlossen wird. Findet nach einer großen Pause ein Raumwechsel statt, könnte für die Elektronik ein Schließfach angemietet werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine Registrierung des Gerätes beim Hersteller. Zudem sind die Geräte über die Schule registriert und eine Nutzung ist für Dritte nach einem Diebstahl nicht möglich. Ein Diebstahl von Apple-Geräten lohnt sich nicht.

 

 

 

 

 

Brauche ich neben dem Tablet immer noch Bücher?

Die Schulbuchverlage veröffentlichen ihre Bücher in der Regel gleichzeitig in einer digitalen Version. Somit wird sich mittelfristig voraussichtlich die Zahl der mitzubringenden Bücher verkleinern. Vollständig kann jedoch auf Bücher nicht ganz verzichtet werden, auch wenn es immer wieder Unterrichtsphasen geben wird, in denen das Buch in Papierform nicht benötigt wird.

Perspektivisch wird es den Schülerinnen und Schülern zumindest in einzelnen Fächern freigestellt sein, ob sie in ihrem digitalen Buch arbeiten oder lieber die gedruckte Variante bevorzugen. Dies ist aktuell jedoch nicht geplant oder zentral vorgesehen. Die Schule organisiert weiter die Lehrmittelausleihe wie gewohnt.

 

 

 

 

 

Wird der Unterricht nur noch auf Tablets stattfinden?

Nein. Den Umfang bestimmt die jeweilige Lehrkraft nach pädagogischen sowie fachlichen Gesichtspunkten. Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten gibt es in allen Fächern, eine genauere Auflistung kann nicht vorab oder abschließend erstellt werden. Die Arbeit ist ein fortwährender Prozess. Gerade im Sinne der Verbesserung der Medienkompetenz ist ein vielfältiger Medieneinsatz in Form von Tablet Buch etc. wünschenswert.

 

 

 

 

 

Schreiben die Schüler/-innen bei der Digitalisierung noch genug mit der Hand?

Den Umfang bestimmt die jeweilige Lehrkraft nach pädagogischen sowie fachlichen Gesichtspunkten. Solange Prüfungsformate weiterhin Klassenarbeit und Klausuren vorsehen, muss das analoge Schreiben per Hand regelmäßiger Bestandteil im Unterricht sein. Es ist zudem erwiesen, dass das Lernen durch Schreiben (Lernen durch die Hand) eine hohe Erfolgsquote mit sich bringt.

 

 

 

 

 

Ändert sich etwas im Format der Klassenarbeiten?

Die Arbeit mit dem Tablet dient zunächst der Vorbereitung von Klassenarbeiten, die weiterhin auf Papier geschrieben werden. Das Tablet kann aber als Hilfsmittel (Taschenrechner, Wörterbuch) verwendet werden. Das Land Niedersachsen wird mit der Zeit weitere Prüfungsformate zulassen. Bis auf Weiteres bleiben Klassenarbeiten ein fester Bestandteil schulischer Prüfungen.

 

 

 

 

 

Kann ich das Gerät auch privat zu Hause nutzen?

Das Tablet ist in erster Linie ein Arbeitsgerät für die Schule, das morgens ausreichend geladen mitzubringen ist. Darüber hinaus kann es privat genutzt werden, solange der schulische Einsatz nicht beeinträchtigt wird (z. B. freier Speicherplatz).

 

 

 

 

 

Wer übernimmt die Administration und den Service der Geräte?

Schulen in Deutschland haben in der Regel keine Systemadministratoren. Das Gymnasium „In der Wüste“ hat diese ebenfalls nicht. Wir stellen mit unserem Medienteam (ausgewählte Lehrkräfte und ein Schulassistent mit halber Stelle) jedoch einen Basis-Support bereit. Die Ersteinrichtung erfolgt automatisiert in unserer Schule, die Pflege der Geräte müssen die Nutzer übernehmen.

 

 

 

 

 

Wer bezahlt die Anschaffung?

Die Kosten müssen von den Erziehungsberechtigten getragen werden. Wir unterstützen bei Härtefällen durch unseren Förderverein und durch den Verleih schuleigener Geräte im Rahmen einer Härtefallregelung.  

 

 

 

 

 

Wie wird verhindert, dass die Schüler im Unterricht unbemerkt im Internet surfen oder Facebook bzw. Whatsapp nutzen?

Der Lehrkraft kann die zu benutzenden Programme temporär einschränken, das Internet freigeben oder sperren und selbstverständlich den Unterricht ohne Tablet erteilen. Dadurch, dass die Geräte flach sind und kein hochstehendes Display wie Notebooks haben, kann auch leichter gesehen werden, ob und wie jemand ein Tablet jeweils bedient. Liegen die Geräte auf dem Tisch mit der Klappe auf dem Display, ist schnell zu sehen, dass kein Gerät in Aktion ist.

 

 

 

 

 

Welche Verhaltensregeln gibt es in den Pausen?

Während der Pausen bleiben die Tablets im Klassenraum, der abgeschlossen wird. Bei einem Fachraumwechsel verbleiben die Geräte in den Schultaschen (s.o.). Im Rahmen der neuen Schulordnung dürfen mobile digitale Endgeräte nur nach Aufforderung durch eine Lehrkraft für unterrichtliche Zwecke verwendet werden. Diese Regelung bezieht sich selbstverständlich auch auf die IPads. Die Pausen bleiben also "tabletfrei".

 

 

 

 

 

Wie vertragen sich Tablet-PCs mit den Zielen und Aufgaben der Inklusion?

Die multimedialen Eigenschaften der Tablets bieten vielfältige Möglichkeiten, um individuelle Förderung besser zu ermöglichen. So kann durch die guten Vergrößerungsmöglichkeiten der Tablets eine Sehschwäche kompensiert werden. Ferner kann durch die Tonwiedergabe in eigener Lautstärke eine Hörschwäche aufgefangen werden.

 

 

 

 

 

Gibt es eine Schulung für die Lehrkräfte?

Ein Teil des Kollegiums hat sich bereits eingehend mit dem Thema beschäftigt und dient daher als Ansprechpartner für unerfahrenere Kolleginnen und Kollegen. Zudem existiert ein Medienteam an unserer Schule, welches die Lehrkräfte bei Bedarf unterstützt und auch sukzessive Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele erarbeitet.

Die Lehrkräfte des Gymnasiums „In der Wüste“ bilden sich gemäß unserer Digitalstrategie regelmäßig fort.

 

 

 

 

 

Wie gehen wir mit der Medienkritik um? Hinterfragen wir diese neue Technologie auch ausreichend?

Die Schule bietet die idealen Rahmenbedingungen, um einen kritischen und kompetenten Umgang mit neuen Medien zu erlernen. Zusätzlich wird das Thema zunehmend auch Unterrichtsgegenstand. So ist z. B. im Deutschunterricht der Oberstufe ein halbes Jahr Medienkritik vorgesehen. Externe Vereine wie etwa "Smiley e.V." haben bereits Projekte an unserer Schule durchgeführt.

Auch die Etablierung schulinterner Medienscouts bietet hier eine gute Möglichkeit. Die Schule ist zudem der einzige Ort, bei dem ein strukturierter Gebrauch der Geräte als Arbeitsmittel trainiert werden kann.

 

 

 

 

 

Verschreibt man sich durch die Digitalisierung einem Anbieter?

Die schulischen Arbeitsprozesse machen die Festlegung auf einen großen Anbieter nötig. Dies kann beispielweise Microsoft, Google, Samsung, HP oder eben Apple sein. Eine solche Festlegung ist nicht optimal, allerdings bringt diese auch Vorteile mit sich. Unsere Schule hat sich für die Firma Apple entschieden. Darüber hinaus versuchen wir möglichst häufig auf Open Educational Ressources zurückzugreifen. Die Nutzung von IServ bietet zudem die Möglichkeit, kostenlose Office-Programme oder einen datenschutzkonformen Messenger zu verwenden.