Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums „In der Wüste“ haben insbesondere in Jahrgang 11 die Möglichkeit, einen Auslandsaufenthalt wahrzunehmen. Im Vorfeld einer solchen Entscheidung ergeben sich eine Reihe von Fragen, von denen einige in der Folge beantwortet werden sollen. Gerne könnt ihr auch eine Beratung durch die Schule zu diesem Thema in Anspruch nehmen. Auch ein Austausch in den Jahrgängen 9 oder 10 für einige Monate ist möglich.

Das Leben als Austauschschüler bietet viele Chancen und trägt zur persönlichen Weiterentwicklung bei. Man gewinnt an Sprachkenntnissen, Selbstvertrauen, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Zudem werden kulturelle Unterschiede anders wahrgenommen.
Für Schülerinnen und Schüler finden sich zahlreiche Organisationen, Vereine oder Stiftungen, die weltweite Auslandsaufenthalte (teilweise kostenfrei) ermöglichen. Die Aufenthaltsdauer kann auch variieren je nachdem was Du oder Deine Eltern bevorzugen. Ob ein halbes Jahr, ganzes Jahr oder mehrere Monate, diese Entscheidung liegt ganz bei den Interessenten.

Die meisten Angebote sind kostenpflichtig, wobei die Preise je nach Gastland oder Aufenthaltsdauer natürlich variieren. Damit aber niemand auf diese Erfahrung, auf Grund von finanziellen Schwierigkeiten, verzichten muss, gibt es bestimmte finanzielle Hilfen oder Stipendien.
Viele Organisationen ermöglichen jedes Jahr vielen Schülerinnen und Schülern einen fast kostenlosen Aufenthalt in ihrem Gastland. Zusätzlich gibt es weitere Möglichkeiten, von anderen Trägern ein Vollstipendium zu bekommen, wie zum Beispiel dem Parlamentarischen Partnerschafts-Programm (PPP).

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Im Folgenden stellen wir Organisationen und ihre Angebote (Zielländer, Kosten, Bewerbungsfristen etc.) sowie besondere Programme vor. Detaillierte Informationen bietet auch die jährlich am Gymnasium „In der Wüste“ stattfindende Jugendbildungsmesse (JuBi).

 

AFS ( American Field Service)

AFS ist weltweit die größte Jugendaustauschorganisation mit über 60 AFS-Partnern auf allen Kontinenten, die einjährige Aufenthalte organisiert. AFS arbeitet gemeinnützig und nicht kommerziell. Der Verein wird mit öffentlichen Mitteln gefördert. Gute bis durchschnittliche Schulleistungen sind Voraussetzungen für ein Auslandsjahr. Für das Gastland USA sind Englischkenntnisse erforderlich.

In den meisten Ländern beginnt das Austauschjahr genauso wie das Schuljahr im Sommer, aber in einigen Ländern auf der Südhalbkugel beginnt das Schuljahr im Winter, daher beginnt das Austauschjahr im deutschen Winter. Aus schulorganisatorischen Gründen ist dann lediglich ein halbjährlicher Aufenthalt zu empfehlen. Die Kosten liegen je nach Land zwischen 7.000 und 12.000 Euro.  Etwa 30% aller Teilnehmer können die Kosten allerdings deutlich reduzieren, indem sie sich um ein Stipendium oder Teilstipendium bewerben (Infos: www.afs.de).

YFU ( Youth For Understanding )

Mit YFU lernst du in Deinem Austauschjahr eines von über 40 Ländern ganz persönlich kennen. Auch hier liegen die Kosten zwischen 7.000 und 12.000 Euro. Für den Programmbeitrag werden u.a. eine sorgfältige Bewerberauswahl in zahlreichen deutschen Städten, ein einwöchiges Vorbereitungsseminar, ein 2- bis 3-tägiges Nachbereitungsseminar, die Reise von zentralen deutschen Städten in das Gastland und zurück, ggf. Zubringer- und Anschlussflüge und die Organisation und Betreuung für Eltern in Deutschland durchgeführt. (Infos: www.yfu.de).

Rotary

Rotary bildet eine weltanschauliche, nicht gebundene, überparteiliche Vereinigung von Frauen und Männern in mehr als 31.900 Clubs in 166 Ländern. Sie setzt sich über alle Grenzen hinweg für humanitäre Hilfe und Völkerverständigung ein. Die Tätigkeitsschwerpunkte sind unter anderem das weltweit größte private Programm für den internationalen Jugendaustausch. Sie bietet einen ganzjährigen Austausch an, wobei die Schüler drei bis viermal die Gastfamilie wechseln.

Die Liste der Zielländer ist umfangreich. In der Regel fallen lediglich Kosten für die Reise, eine Krankenversicherung und Taschengeld an. Man sollte allerdings bereit sein, im Gegenzug einen Gastschüler aufzunehmen.

Der Bewerbungsschluss ist in den einzelnen Rotary Distrikten unterschiedlich. Auskunft erteilen die Jugenddienstbeauftragten in den Rotary Clubs und Distrikten. Bewerber und Bewerberinnen (die Zugehörigkeit der Erziehungsberechtigten zu einem Rotary Club ist keine Bedingung) wenden sich an den örtlichen Rotary Club. Dieser schlägt bei Eignung vor. Bewerbungsformulare liegen bei den Distrikten vor. (Infos: http://www.bentheim.roweb1850.de/)

AJA

AJA ist ein Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen, der sich für die Förderung eines langfristigen Jugendaustausches als Mittel zur interkulturellen Verständigung einsetzt.
Unabhängig von Hautfarbe, Religion und politischer Überzeugung sollen das interkulturelle Lernen, Verständigung, Toleranz und der Respekt für andere Lebensweisen gefördert und damit Friedensbemühungen unterstützt werden.
Von etwa 2.300 jungen Menschen, die aus dem Ausland ein Schuljahr in Deutschland verbringen, werden über 2.000 von ihnen von AJA-Organisationen vermittelt. Die Programmarbeit wird überwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet, die in der Regel ehemaligen Programmteilnehmerinnen und –teilnehmer sind und somit den Zielen und Programmen der AJA Organisationen verbunden sind und durch ihre unterschiedlichen Erfahrungen ihren Teil zum Arbeitskreis beitragen. (Infos: www.http://aja-org.de/).

Voltaire

Das Voltaire-Programm wurde 1998 beim deutsch-französischen Gipfel in Potsdam auf Anregung von Brigitte Sauzay von beiden Regierungen ins Leben gerufen und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 8., 9. oder 10. Klasse in Deutschland (in einigen Bundesländern ist die Teilnahme nur in der 9. Klasse möglich) sowie Jugendliche der "troisième" und "seconde" in Frankreich. Es beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit.

Das Programm wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) in Kooperation mit dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD), der Kultusministerkonferenz und dem französischen Bildungsministerium (Education Nationale) durchgeführt. Seit März 2010 ist die Zentralstelle Voltaire im Centre Français de Berlin für die Betreuung und die Organisation des Voltaire-Programms in Zusammenarbeit mit dem DFJW zuständig. (Infos: http://www.dfjw.org/voltaire-programm).

Parlamentarisches Patenschafts-Programm (PPP) - USA

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ist ein zwischen dem Deutschen Bundestag und dem Kongress der USA vereinbartes Jugendaustauschprogramm. Das Programm sieht einen einjährigen Aufenthalt von jungen Deutschen und jungen Amerikanern im jeweiligen Gastland vor, mit dem Ziel, den Jugendlichen die Bedeutung der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu vermitteln (Infos: https://www.bundestag.de/ppp)

 

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Stipendien

Im Rahmen eines Stipendiums werden vom Deutschen Bundestag und dem Kongress der USA die Flug- und sonstige Reisekosten, die Programmkosten, die Versicherungskosten und die Kosten für das Vorbereitungsseminar übernommen. Nicht übernommen werden das Taschengeld und die Fahrtkosten zu den Auswahlgesprächen.

Teilnahmevoraussetzungen

An dem Programm können Schülerinnen und Schüler mit mindestens befriedigenden Leistungen teilnehmen, die ihren ersten Wohnsitz zum Datum des Anmeldeschlusses in der Bundesrepublik Deutschland haben, kein Kind oder Pflegekind eines/einer Bundestagsabgeordneten sind und keine ausschließlich amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen sowie zum Zeitpunkt der Ausreise mindestens 15 und höchstens 17 Jahre alt sind.

Bewerbung

Das Faltblatt des PPP inklusive Bewerbungskarte kann im Internet heruntergeladen werden. Die ausgefüllte Bewerbungskarte muss dann bis spätestens Anfang September an die zuständige Austauschorganisation zurückgeschickt werden. (Infos: www.bundestag.de/ppp)

Ablauf eines Auslandsaufenthaltes

Auslandsaufenthalt 01Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin an einem längeren Auslandsaufenthalt muss sich vom Gymnasium „In der Wüste“ rechtzeitig abmelden.
Wird eine deutsche Schule im Ausland besucht, ist die Anerkennung der Schulbesuchs in Deutschland in der Regel unproblematisch. Wird eine vergleichbare andere Schule besucht, muss vor der Rückkehr ein Antrag auf Anerkennung des Auslandsjahres gestellt werden, damit die Schullaufbahn ohne Verzögerung in der Qualifikationsphase fortgesetzt werden kann.

In der Regel startet ein Auslandsaufenthalt mit einer ersten Orientierungsveranstaltung. Diese dauert etwa eine Woche lang und findet bereits im Ausland statt. Dort wird das Gastland nochmals intensiver vorgestellt. Meist bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Sprach- und Kultur-Kurs und lernen so die ersten Facetten und Eigenartenarten des Gastlandes besser kennen. Außerdem lernen sie alle Austauschschüler des Austauschjahres kennen, mit denen man im späteren Verlauf noch einige Aktivitäten machen wird.
Innerhalb des Austauschjahres ist man auch nicht auf sich gestellt. Die Austauschorganisation stellt eine sog. Supportperson an die Seite jedes Schülers und jeder Schülerin. Diese ist ein ehemaliger Austauschschüler, welcher sich meist ehrenamtlich für die Organisation engagiert. Er bietet den Jugendlichen direkten Kontakt mit der Organisation, Hilfe bei Problemen und stellt das Austauschland ein Stück weit vor.

Außerdem gibt es einen sog. Austauschfreund. Er hilft Jugendlichen in Kontakt zu treten, zeigt die Eigenarten der neuen Heimatstadt auf, schlägt Aktivitäten vor und ist im allgemeinen für die Gastschülerinnen und -schüler da, wenn es Probleme gibt.
Die unterschiedlichen Austauschorganisationen bieten meist innerhalb des Austauschjahres eine sog. Midyear-Orientation an. Sie dient dazu, den Austausch mit anderen Austauschschülern zu pflegen und eventuelle Probleme zu klären, Tipps für die zweite Hälfte zu bekommen, Workshops zu besuchen und intensivere Fortschritte in der Sprache des Gastlandes zu machen.

Wie auch bei der Midyear-Orientation, ist es von Organisation zu Organisation sowie von Land zu Land unterschiedlich, welche Reisen während des Auslandsaufenthaltes absolviert werden. Meist sind es jedoch ein bis zwei Reisen, die man gemeinsam mit den übrigen Austauschschülern unternehmen kann. Sie gehen meist in Touristengebiete oder benachbarte Länder, sodass man parallel zum eigentlichen Austausch noch weitere Länder und Regionen entdecken kann.

Nachbereitungstagungen finden in fast allen Austauschorganisationen statt. Sie werden meist einen Monat (oder länger) nach der Ankunft in Deutschland angesetzt. Dort werden Themen wie der Neubeginn in der Schule behandelt.