Digitalisierung im Lateinunterricht – eine erste Bilanz

Seit Beginn des Schuljahres hat das Tablet nicht nur am GidW im Allgemeinen, sondern auch in unsere Lateinlerngruppen Einzug gefunden. Dass das Fach Latein sich ohne Probleme und großen Aufwand in der digitalen Welt verorten kann – und das, wo ihm doch nachgesagt wird, es sei ein totes Fach – zeigen die aktuellen Beispiele aus dem Unterricht.

Navigium – Ein Testlauf

Seit Beginn dieses Schuljahres testen die Lateinkurse 7abcd und 9ace die Online-Plattform Navigium (www.navigium.de). Navigium bietet zahlreiche Möglichkeiten, Grammatik zu üben und Vokabeln zu lernen. Das Karteikastenprinzip, in dessen Rahmen Punkte erworben werden können, mit deren Hilfe man in seinem Rang aufsteigt, motiviert die Schüler*innen zum regelmäßigen Lernen. So sind viele Schüler*innen schon in kürzester Zeit vom einfachen Futterholer (pabulator) zum ranghohen Offizier (Decurio) aufgestiegen.

Das schulinterne (anonyme) Ranking motiviert zusätzlich dazu, seine Vokabeln täglich in kleinen Portionen zu wiederholen. Zudem probieren wir uns bei Navigium auch im Schreiben von Online-Vokabeltests. Neben der Zeitersparnis ist hier vor allem das Papiersparen ein großer Pluspunkt – auch wenn technisch noch nicht alles immer einwandfrei läuft. Als Ritual zum Stundenende dürfen sich die Schüler*innen gegenseitig zum Vokabelduell herausfordern (Frau Neugebauer schmollt übrigens immer noch, weil sie hier gegen Christoph verloren hat ;-) ).

Das sagen unsere Schüler*innen:

„Ich finde Navigium sehr gut und finde, dass es sehr gerne in den Unterricht eingebaut werden kann. Es nervt etwas, dass man nur einmal am Tag lernen kann (wenn man Punkte will, ist das ärgerlich).“ (Jonathan, Jg. 7)

„Ich arbeite sehr gerne mit Navigium, um Vokabeln zu wiederholen und Neue zu lernen. Das Karteikastensystem ist wirklich hilfreich und das Lernen macht Spaß.“ (Jana, Jg. 9)

„Digitale Vokabeltests schreiben wir mit Navigium oder Socrative. Im Gegensatz zu analogen Vokabeltests auf Papier erhält man bei diesen Tests sofort eine Rückmeldung, wie gut der jeweilige Test ausfällt. So kann man z.B. schon am selben Nachmittag mit dem Wiederholen der Vokabeln anfangen, falls der Vokabeltest schlecht ausgefallen ist.“ (James, Jg. 9)

EduBreakouts – mit Grammatikkenntnissen den Code knacken

Mit Hilfe von Internetseiten wie genially oder thinglink ist es leicht möglich, verschiedene Grammatik- und/oder Vokabelübungen zu verknüpfen. Dabei können bei den einzelnen Übungen Codes und Hinweise gesammelt werden, die am Ende des Spiels das „Schloss knacken“ und die Schüler*innen zu einem kleinen Gewinn führen.

Beispiele aus dem Unterricht:

Das sagen unsere Schüler*innen:

„Die Escape-Spiele gefallen mir ziemlich gut, da dort so ziemlich alles abgefragt wird und da es z. B. danach ein witziges Spiel als Belohnung gibt.“ (Armin, Jg. 7)

„Mir hat das Spiel auch gefallen, weil ich die Übungen sehr hilfreich finde und mir das Weiterkommen in den nächsten Raum Spaß gemacht hat. Es war eine gute Abwechslung, die wir wiederholen können.“ (Annika, Jg. 11)

„Mir hat die Idee des Spiels und die Aufgabe an sich sehr gut gefallen, weil es einfach mal etwas anderes und neues war. Außerdem konnte man dadurch verschiedene Bereiche wiederholen und nochmal üben konnte.“ (Merle, Jg. 11)

Comics – Mal übersetzen, mal selbst erstellen

Dass es nicht immer antiker Stoff aus dem Schulbuch sein muss, der die Übersetzungs- und Vokabelkompetenzen schult, beweist der für den 8. Jg. konzipierte Comic Star Wars - Bella Stellaria, mit dessen Hilfe das Plusquamperfekt Passiv geübt wurde. Die Schüler*innen hatten viel Spaß dabei, diese ihnen zumeist bekannte Geschichte aus dem Lateinischen zu übersetzen.

Darüber hinaus ist es hilfreich, übersetzte Inhalte selbst kreativ umzusetzen, um die Geschichte langfristig in seiner Erinnerung zu verankert. Mit Hilfe der Tablets hat bspw. der Lateinkurs 9ace die Geschichte von Orpheus und Eurydike in einem kleinen Comic umgesetzt.

Das sagen die Schüler*innen:

„Mir persönlich hat das Erstellen eines Comics zu der Geschichte von Orpheus und Eurydike sehr viel Spaß gemacht. So konnte man sich die Geschichte besser merken und dazu etwas Kreatives gestalten.“ (Leia, Jg. 9)

„Ich fand die Gestaltung des Comics ist eine gute Idee, da es interessant und spaßig war. Es war eine spannende Idee den Latein-Unterricht zu gestalten, weil Latein für die meisten Menschen eine "tote" Sprache sein soll und somit das Gegenteil bewiesen wird, da es auch mithilfe eines einfachen Comics für uns Schüler spannend wird.“ (Leny, Jg. 9)

Kahoot! – geht immer!

Die Quizanwendung Kahoot! hat mittlerweile ebenfalls einen festen Platz im Unterricht eingenommen. Neben der normalen Hausaufgabenabfrage von Vokabeln, über Altertumskunde bis hin zur aktuellen Grammatik kann hier eigentlich jeder Unterrichtsstoff vertieft und geübt werden.

Das sagen die Schüler*innen:

„Kahoot! finde ich auch gut, dort ist es halt ein Wettbewerb und dadurch entsteht Spannung und man freut sich, wenn man auf einem der Top Plätze ist.“ (Armin, Jg. 7)

„Generell ist das Arbeiten mit Kahoot! immer wieder aufs Neue aufregend. Man kann damit so viel variieren, dass es nie langweilig wird. Der Ehrgeiz wird dadurch gefördert und man hat somit ein schönes Erfolgserlebnis die Vokabeln, Formen, etc. zu lernen.“ (Leia, Jg. 9)

„Kahoot! im Unterricht macht immer mega viel Spaß, man merkt dabei gar nicht, dass man was lernt. Kahoot! ist eine sehr gute Plattform zur Wiederholung des Lernstoffes.“ (Jana, Jg. 9)

Fazit

Das Tablet bietet für den Lateinunterricht zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Es lässt sich effizient und ohne großen Aufwand in den Unterrichtsalltag integrieren und bietet zahlreiche Chancen, Grammatik-, Wortschatz-, Übersetzungs- und Interpretationsaufgaben abwechslungsreich zu gestalten und dabei nebenbei die Medienkompetenz der Schüler*innen zu schulen.

Wir freuen uns auf die weitere Arbeit mit diesem Medium.

Corinna Neugebauer