Einmal auf dem Forum Romanum stehen, das Kolosseum besuchen, über den Circus Maximus fliegen oder gar mit römischen Soldaten über die Via Appia das ganze Imperium erwandern - vieles davon haben sich wohl die meisten Lateinlernenden und -lehrenden oft gewünscht.

Und dabei denken wir noch nicht einmal an die bloße Veranschaulichung oder Haptik, sondern vielmehr an die Faszination, welche die Welt der Antike heute nach wie vor auf die meisten von uns ausübt.

Reale Exkursionen zu den einschlägigen klassischen Stätten können uns diese Erfahrungen mit Sicherheit bieten, und noch viel mehr: kulturelle Begegnungen, eine andere Welt und ihre Menschen mit allen Sinnen erleben und kennenlernen. Dieses ist in virtueller Realität natürlich nicht möglich. Aber andererseits bietet uns die virtuelle Realität wiederum andere Chancen: Gerade während der leider noch immer aktuellen "dynamischen Pandemieentwicklung" mussten wir angesichts ausgefallener Exkursionen, Fahrten und Austausche feststellen, dass trotz einer immer mehr globalisierten Welt und seiner immer mehr zusammenrückenden Ländern manche liebgewonnene Ziele vorübergehend leider nicht erreichbar sind.

Und wir alle hoffen sicherlich, dass wir möglichst bald wieder unsere Freunde und europäischen Nachbarn in nah und fern besuchen können.

Faszinierende Einblicke in die europäische Geschichte und Kultur boten sich den vier Schülerinnen und Schülern aus Jg. 10 beim ersten Test der virtuellen Realität. Diese Erfahrung lässt sich kaum beschreiben, man muss das einfach selbst ausprobieren! Um auch virtuell "Gebildet in die Welt" gehen und vor allem Eindrücke aus unseren europäischen Nachbarländern sammeln zu können, hat das Gymnasium "In der Wüste" nun zunächst fünf VR-Brillen im Einsatz.

Das Fach Latein hat damit neben dem digitalen Equipment von IPads, Apps, Padlets & Co einen weiteren attraktiven und auch funktionalen Baustein hinzugefügt, mit dem unsere Schülerinnen und Schülern einen weiteren Schritt in die faszinierende Welt der Antike setzen können. Und wie wichtig und bereichernd das ist, hat uns doch schon Erich Kästner im Fliegenden Klassenzimmer vorgespielt.

An dieser Stelle bedanke ich mich für die immer geduldige und hilfsbereite Beratung bei Jan-Keno Janssen aus dem Heise-Verlag und besonders bei meinem ehemaligen Schüler Torben Fynn Heuer!

Thomas Allewelt