Eine Fabel ist doch jedem ein Begriff, oder? Wenn nicht, dann erklären wir das jetzt nochmal: In einer Fabel versucht der Autor mit Hilfe von tierischen Hauptfiguren den Lesern eine wichtige Moral zu vermitteln. Dabei hat jedes Tier festgelegte eigene Eigenschaften, wie z.B. der Wolf. Er wird als brutal und grimmig beschrieben. Dazu im Gegensatz das Lamm, das eher schutzlos und naiv wirkt. Es gibt natürlich auch noch viele weitere Tiere. Ein berühmter, quasi der erste römische Fabelautor ist Phaedrus, welcher die Fabeln von dem Griechen Aesop ins Lateinische übertrug. Nachdem er aus der Sklaverei freigelassen worden war, widmete er sich dem Schreiben von Fabeln.

Einige davon haben wir dann auch im Lateinunterricht bei Herrn Allewelt übersetzt. Dazu gehörte zum Beispiel die Fabel „Der Wolf und das Lamm“ (Lupus et Agnus). Wie immer übersetzten wir die Fabeln ohne Hilfe unseres Lehrers, NICHT! Wir benutzten ihn stattdessen als menschliches Wörterbuch, was Herr Allewelt natürlich nicht immer zuließ. Da wir ja den Umgang mit unseren neuen Wörterbüchern, gedruckt wie elktronisch, im Internet oder im Gerät, lernen mussten.
Neben dem Übersetzen versuchte Herr Allewelt uns die rhetorischen Stilmittel von Phaedrus nahezubringen, wie z.B. das beliebte Homoioteleuton, auch kurz Homo genannt, die er in jeder seiner Fabeln verwendete.

Als sich das Homeschooling langsam dem Ende widmete, kam Herr Allewelt auf die famose Idee, dass wir doch kreativ genug seien, um auch einmal selber eine Fabel zu schreiben. Und ja, hier sitzen wir nun, endlich wieder gemeinsam im Präsenzunterricht, und die Gesichtsausdrücke hinter unseren Masken entsprechen nicht gerade einem hohen Intelligenzfaktor, Verweis auf den größten Teil unserer Klasse. Wir wissen aber, wir haben vier Gruppen, die an je einer iegenen Fabel tüfteln.

Bevor wir angefangen haben uns in Gruppen aufzuteilen, haben wir uns ein paar Sprichwörter überlegt, die wir an unserer digitalen Tafel sammelten. Dazu gehörten z.B.: „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selber hinein“, oder „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht." Die Sprichwörter sind eine Vorlage für die Fabeln. Sie dienen als Promythion (vorangestellter Lehrsatz) oder Epimythion (nachgestellter Lehrsatz).

Neben den Texten, die wir auch noch vom Deutschen ins Lateinische übersetzen müssen, was sich für uns als eine große Herausforderung herausstellte, malen wir natürlich auch Bilder zu unseren Fabeln, da es immer Menschen gibt, die ziemlich künstlerisch begabt sind. Damit ihr einen Einblick in unsere Arbeit bekommt, werden wir nun ein paar Inhalte der von den Gruppen erarbeiteten Fabeln nennen:

  • „Wer das Leid anderer ignoriert, wird zuletzt selbst das Leid tragen."
  • „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht."
  • „Oft wird man von jemandem verraten, dem man am meisten vertraut."
  • „Hochmut kommt vor dem Fall.“

Wie ihr seht, haben sich alle Gruppen schon bei der Sprichwort-Suche Mühe gegeben. Jetzt kommt aber der eigentliche Schwerpunkt. Man muss alles ins Lateinische übersetzen. Aber leider jetzt ohne das menschliche Wörterbuch. Die fertigen Bilder der verschiedenen Gruppen werden am Ende noch zu den Fabeln hinzugefügt.

Viele Grüße aus Phaedrus' Arbeitszimmer,
eure Lateinheinis 10ae