Osnabrück. Wenn der 17-jährige Peter Hinrichs sagt, er komme in den Mint-Fächern gut zurecht und sei sonst normal in der Schule, ist das Ausdruck von Bescheidenheit – aber pure Untertreibung. Der Zwölftklässler des Gymnasiums „In der Wüste“ hat an sogenannten Mint-EC-Camps teilgenommen. Dort treffen sich die Besten der Besten in den naturwissenschaftlichen Fächern von 325 Schulen aus ganz Deutschland.

Das Akronym Mint steht für die Schulfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Lange Jahre hieß es, die deutschen Schüler hinkten in diesem Bereich im internationalen Vergleich Altersgenossen aus anderen Ländern hinterher. Laut einem Bildungsbericht der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von 2017 ist Deutschland aber mittlerweile Mint-Spitzenreiter.

Das liegt auch an Schülern wie Peter Hinrichs. Der 17-Jährige weist in den Mint-Fächern im Durchschnitt die Note Eins vor. Das, was er in den Mint-EC-Camps gemacht hat, geht aber weit über den Schulstoff hinaus. Mint-EC ist ein nationales Netzwerk von Schulen mit ausgeprägtem Mint-Profil. Das Netzwerk mit derzeit 325 zertifizierten Schulen mit rund 344.000 Schülerinnen und Schülern sowie 28.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder.

Gleichaltrige mit ähnlichen Interessen getroffen

Aus dieser großen Anzahl von Schülern war Peter Hinrichs einer von 20, die sich im September in Regensburg, und einer von 16, die sich im Oktober in Heilbronn trafen. Gesprochen und debattiert wurde dabei über Biophysik und medizinische Physik sowie über Molekularbiologie. Bei den Mint-EC-Camps habe er Gleichaltrige mit ähnlichen Interessen und andere Berufsfelder kennengelernt und sei sich über seine berufliche Orientierung und seine eigenen Interessen klarer geworden, lautet Peter Hinrichs Fazit. Er möchte nach seinem Abitur, das im Mai 2021 ansteht, gerne Chemie studieren.

In diesem Fach nimmt er außerdem an mehreren Wettbewerben teil. So erlangte er beim Chemiewettbewerb des Royal Australian Chemical Institute das „Certificate of High Distinction“ (Deutsch: Zertifikat hoher Auszeichnung) und gehört somit zu den oberen zehn Prozent aller 1800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland. Aktuell bereit er sich auf die zweite Runde zur Qualifikation für die deutsche Mannschaft bei der Chemie-Olympiade vor. Am 6. Dezember schreibt er dafür – in seiner Freizeit – eine vierstündige Klausur. In der ersten Runde wurde er aufgrund seiner Teilnahme als erster Schüler des Gymnasiums „In der Wüste“ zu einem Vorbereitungskurs der Universität eingeladen.

Diese Wettbewerbe und die Teilnahme an den Camps bringen ihn im Bereich Chemie weiter, sagt Peter Hinrichs. Sein Interesse an dieser Naturwissenschaft sei in der fünften Klasse geweckt worden, erzählt er. Bislang konnte es ihm auch niemand madig machen, den Spaß an der Chemie hat er nicht verloren. Er kommt in den Naturwissenschaften eben „gut zurecht“.

Text und Foto: Thomas Wübker

Quelle: https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1932680/osnabruecker-schueler-zaehlt-zur-mint-elite-deutschlands