Medienhistoriker hält Vortrag über Vorurteile und Propaganda

Am Donnerstag, dem 20.11. 2019, erlebten die Schülerinnen und Schüler der Werte- und Normenklassen in der achten Jahrgangsstufe ein Experiment der ganz besonderen Art. Der Historiker und Medienwissenschaftler Dr. Christian Hardinghaus führte ihnen anhand prägnanter Film- und Bilddokumente vor, wie schnell sie sich selbst von Propaganda beeinflussen und manipulieren lassen.

Neben technischen Möglichkeiten setze Propaganda vor allem auf Vorurteile: „Die jeder von uns hat“, sagte Hardinghaus „weil wir bei einem schnellen Fluss von Informationen nicht die nötige Zeit haben, uns umfassende Urteile zu bilden. Auf diesen Umstand setzt die Propaganda, indem sie bestehende Vorurteile bekräftigt oder neue schürt“.

Die Medienschulung fand im Rahmen des Lehrplanes und den übergeordneten Präventionskonzeptes statt. Dr. Hardinghaus stellte aus aktuellem Anlass auch die Entstehung und die Gefahren antisemitischer und antimuslimischer Vorurteile in die Mittelpunkt. „Es ist erstaunlich, wie perfide propagandistische Tricks greifen“, sagte Klassenlehrer Reimar Deibert. „Selbst mit hinreichender Vorbildung läuft man Gefahr, gewisse Dinge zu glauben, auch wenn sie im Nachhinein betrachtet völlig abstrus erscheinen“.

Heute sind neben Funk und Fernsehen die Social-Media-Formate Spielfelder für gezielte Falschinformation und politische Instrumentalisierung. „Frühe Aufklärung darüber erscheint mir besonders wichtig“, so Schulleiter Fischer, der diese Veranstaltung ebenfalls besuchte.