LANDESRUNDE DER MATHEMATIK-OLYMPIADE

Im Gymnasium "In der Wüste" rauchten nun die Köpfe von 110 Osnabrücker Grundschülern. Sie mussten bei der Mathematik-Olympiade Figuren aus Hölzchen legen, Quadrate mit Spielsteinen auslegen, Schulwege berechnen und Palindromzahlen benennen – Aufgaben, an denen teilweise so mancher Erwachsene gescheitert wäre.

Es ist still im Klassenraum des Gymnasium "In der Wüste". 19 Schüler sitzen konzentriert an den Matheaufgaben. Nur das Rascheln der Blätter und das Kratzen der Stifte ist zu hören. Ab und zu wird untereinander kurz getuschelt. Hier und da meldet sich eines der Kinder und einer der Helferinnen eilt herbei. Die Neuntklässlerinnen dürfen aber natürlich nur Verständnisfragen beantworten und keine konkrete Hilfestellung geben. An der dunkelgrünen Tafel steht in bunter Kreideschrift: "Viel Erfolg".

90 Minuten haben die Kinder für sechs Aufgaben Zeit, wobei die Viertklässler etwas schwierigere Aufgaben bekommen als die Drittklässler. "Das sind keine klassischen Aufgaben aus dem Unterricht, sondern Knobelaufgaben, die auch logisches Denken erfordern", erklärt Laura Lattuch, die als Mathelehrerin am Gymnasium "In der Wüste" den Wettbewerb organisiert hat. Bereits seit mehreren Jahren ist das Gymnasium der zentrale Veranstalter für die Landesrunde der Deutschen Mathematik-Olympiade für Grundschulen in der Stadt Osnabrück.

Eine Ehre, die Schule zu vertreten

Um teilnehmen zu können, mussten sich die Mädchen und Jungen bereits in zwei Runden an ihren Schulen behaupten. "Der Wettbewerbscharakter in dieser Runde ist noch mal stärker, das ist toll für die Grundschüler", sagt Lattuch. Auch die Aufgaben, bei denen "man sich festbeißen muss", seien für die Kinder eine neue Motivation. "Für mich als Mathelehrerin ist es total schön, dass so viele Spaß an den Aufgaben haben." Das Interesse an diesem Wettbewerb sei groß.

Das kann auch Petra Abrahamzyk von der Grundschule Hellern bestätigen. Die Mathe-Fachkonferenzleiterin ist mit knapp 30 Schülern zur Landesrunde gekommen. "Viele sind ganz heiß darauf", berichtet Abrahamzyk und ergänzt: "Es ist eine Ehre, ihre Schule hier zu vertreten, darauf sind sie sehr stolz." Natürlich fiebert die Mathelehrerin auch mit ihren Schützlingen. "Ich freue mich mit den Kindern mit, wenn gute Leistungen rauskommen." Es gebe immer Schülern, denen man etwas zutraue, aber sie habe auch immer wieder Überraschungen erlebt.

Korrektur im Akkord

Im Klassenraum des Gymnasiums sind die ersten Schüler fertig. Sie packen ihren Federmäppchen zusammen und geben die Klausur ab. "Es war sehr einfach", sagt Mattes von der Grundschule Hellern. Sein Klassenkamerad Jonas ergänzt: "Ich habe gedacht, es wäre viel schwieriger." Stolz berichtet er seiner Mutter, dass er nach nicht mal einer Stunde schon fertig war.

Für Lattuch und ihre Helfer beginnt jetzt die stressige Arbeit. Rund 40 Elftklässler korrigieren die Arbeiten im Akkord. Vier Schüler sind nur dafür verantwortlich, die Ergebnisse mit dem Computer zu erfassen. Und anschließend müssen noch die Urkunden gedruckt werden.

Über den ersten Platz der dritten Jahrgangsstufe können sich Joris Nyenhuis von der Eliasbethschule und Merle Englich von der Stüveschule freuen. Die besten Mathegenies der vierten Klasse sind Erik Hochheim von der Grundschule Hellern und Juliane Träger von der Elisabethschule. Den Schulsieg sichert sich die Grundschule Hellern.

Text: Lea Becker
Fotos: Michael Gründel

Quelle: https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1747680/110-osnabruecker-grundschueler-loesen-knifflige-aufgaben