MINT EC Camp 04Der Blick in den Spiegel verhieß am Montagmorgen nichts Gutes: Rote Augen, pochende Kopfschmerzen und eine verschniefte Nase. Taschentücher waren an diesem Tag meine treuesten und wichtigsten Begleiter und den verbrachte ich im Bett. Was sollte nur aus meinem Camp in Freiberg werden?

Am Dienstagmorgen (dem 5.03.2019) um 5 Uhr sah das Ganze etwas besser aus und so saß ich mit einem Liter Tee, Halstabletten und vielen, vielen Taschentüchern um 6 Uhr im Zug. Mein Ziel: Das MINT-EC-Camp in Freiberg.
Freiberg ist eine 40.000-einwohnerstarke Stadt in der Nähe von Dresden. Etwa 10 Prozent der Einwohner sind Studenten der Technischen Universität Freiberg. Und nun kamen noch 15 wissbegierige Zehn- bis Zwölftklässler aus ganz Deutschland dazu.

Nachdem der erste Vortrag, „Von der Schule in den Hörsaal“, gehalten wurde und die Gruppe sich ein bisschen kennen lernen konnte, teilten wir uns auf. Mit der Hilfe von Angestellten der Technischen Universität Freiberg wollten wir in den kommenden Tagen soviel über die Werkstoffe Kupfer und Stahl lernen, wie möglich. Meine Gruppe durfte im Labor zwei Elektrolysen durchführen. Hierbei beschäftigten wir uns damit, möglichst reines Kupfer zu gewinnen, das in der Natur meist nur in der Verbindung mit anderen Mineralien vorkommt. Hierbei haben wir gelernt: Kuh- und Schweineknochen werden in der Industrie dafür genutzt, dass sich das Kupfer möglichst regelmäßig an der so genannten Kathode absetzt.

Auf dem Plan stand für uns außerdem ein Besuch bei der Firma SAXONIA Galvanik GmbH, wo wir uns die industrielle Elektrolyse anschauen durften. Hierbei entstehen auch Nebenprodukte, aus denen durch unterschiedliche Methoden Edelmetalle wie Gold und Silber gewonnen werden. Bei der Gelegenheit duften wir auch Platin im Wert von 120.000€ in die Hand nehmen - mitnehmen war natürlich leider verboten.
Trotzdem kamen wir in den Genuss, Andenken für uns zu fertigen. Nachdem wir einen kleinen Exkurs in unsere Kindheit unternahmen und mit Sand Formen für Autoteile aus Kupfer ’’bauten“, konnten wir aus Zink einen Smiley gießen.

Um später auch zu überprüfen, ob unsere Gussteile wirklich aus Kupfer bestehen, unternahmen wir noch einen kleinen Ausflug in den Bereich Werkstoffprüfung. Hierbei schauten wir uns auch ein Transmissionselektronenmikroskop an. Ein Computer visualisiert mit dessen Hilfe Atome.
Am letzten Tag präsentierten wir uns dann Unterschiedliches rund um das Thema „Werkstoffwunder Automobil“. Und damit waren vier Tage Freiberg auch schon zu Ende.

Aus einem bunten Haufen ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten ist nach diesem Camp eine tolle Einheit geworden.
Während des Camps wurden wir von motivierten Mitarbeitern betreut, die uns immer mit Rat und Tat und Wissen zur Seite standen.
Nicht nur das Umsorgen durch die Veranstalter sondern auch durch die Herbergseltern im Rahmen von Unterkunft und Verpflegung trugen dazu bei, dass wir uns sehr wohl gefühlt haben.
Alles in allem: Jedem, dem zukünftig die Möglichkeit geboten wird, sollte nicht eine Sekunde zögern! Die Teilnahme am MINT EC Camp ist wirklich wärmstens zu empfehlen!

Jamila-Lia Fey Usselmann

Alle Bilder: ©MINT-EC